Verantwortung und Entscheidungen klären


In vielen Ingenieurbüros sind Rollen beschrieben und Zuständigkeiten benannt. Trotzdem entsteht im Alltag immer wieder folgende Situation: Entscheidungen werden abgestimmt, aber nicht getroffen. Verantwortung wird weitergegeben, aber nicht übernommen.

 

Typisch ist:

  • Zuständigkeiten sind formal geklärt, praktisch aber nicht eindeutig
  • Projektleiter stimmen viel ab, entscheiden aber wenig
  • Themen wandern in die Geschäftsleitung, obwohl sie dort nicht hingehören
  • Verantwortung wird übertragen, aber nicht getragen

Was dahinter liegt

 

Rollenbeschreibungen und Organigramme schaffen zunächst Ordnung. Sie legen fest, wer wofür zuständig ist.

Im Alltag reicht das jedoch oft nicht aus. Entscheidend ist nicht nur, was formal geregelt ist, sondern was tatsächlich erwartet wird und was jemand in seiner Rolle entscheiden darf.

 

Fehlt diese Klarheit, entstehen typische Muster:
Mitarbeitende sichern sich ab, Entscheidungen werden weitergegeben, und Verantwortung bleibt diffus. Nicht aus mangelnder Bereitschaft, sondern weil die Rolle keine klare Orientierung bietet. Rollen werden erst dann wirksam, wenn Verantwortung, Befugnis und Erwartung zusammenpassen.

 

Solange diese Klarheit fehlt, bleibt die Geschäftsleitung als Eskalationsinstanz eingebunden. Sie wird für den Einzelfall oder als Absicherung entscheiden.

 

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Verantwortung in Ihrer Organisation formal geregelt ist, Entscheidungen aber immer wieder neu ausgehandelt werden, lohnt sich ein genauer Blick.